Myokardszintigraphie

Mit der Myokardszintigraphie ist es möglich, nicht-invasiv (also ohne jeden Eingriff in den Körper) und ohne ein erhöhtes Risiko für den Patienten die Durchblutungssituation im Herzmuskel zu bestimmen.

Dadurch ist eine gefährliche Durchblutungsstörung früh und mit großer Sicherheit nachzuweisen, so dass geeignete Maßnahmen ergriffen werden können, sei es mit Herzmedikamenten, durch Gefäß-Erweiterung oder eine Bypass-Operation. Dadurch wird nicht nur die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels und damit des Patienten verbessert, sondern es kann auch die Überlebenszeit deutlich erhöht werden.



Vorbereitung auf die Untersuchung

Vor einer Myokardszintigraphie muss der Patient oder die Patientin mindestens drei Stunden, besser über Nacht nüchtern bleiben. Dies verhindert, dass der durch Verdauungstätigkeit stark durchblutete Darm das Herz „überlagert“.

Ergometrie

Dahinter verbirgt sich die gesteuerte „Arbeitsbelastung“ des Herzens während der Untersuchung. Um eine Durchblutungsstörung empfindlich nachweisen zu können, muss die Durchblutung des Herzmuskels durch körperliche Anstrengung (auf dem Fahrradergometer) oder, falls dies wegen der Erkrankung nicht möglich ist, durch Medikamente stimuliert werden. Während der maximalen Belastung des Herzmuskels wird die radioaktiv markierte Substanz in die Armvene injiziert. Je nach verwendeter Substanz muss eine unterschiedlich lange Zeit (zwischen 5 und 60 Minuten) gewartet werden, bis die Messung an der Gammakamera durchgeführt werden kann.

Ruheuntersuchung

Um Aussagen über den unterschiedlichen Durchblutungszustand des Herzmuskels in Ruhe und unter Belastung machen zu können, wird eine zweite Untersuchung im Ruhezustand des Patienten durchgeführt. Diese wird in unserer Praxis zur Verringerung der Strahlendosis für den Patienten an einem späteren Tag erfolgen (Zwei-Tage-Protokoll). Dazu können zusätzlich durchblutungsfördernde Medikamente verabreicht werden, um optimale Durchblutungsbedingungen zu schaffen.

Die Ruheuntersuchung soll vor allen Dingen die Frage beantworten, ob eine Durchblutungsminderung in der Herzmuskelregion bestehen bleibt (narbentypisch) oder sich normalisiert (typisch für belastungsbedingt schwach durchblutetes Herzmuskelgewebe). 

Ist die Untersuchung belastend für den Patienten?

Die Nüchternheit von mindestens drei Stunden, besser über Nacht, stellt in der Regel keine große Belastung dar. Bei Diabetikern sollte Insulin entsprechend geringer dosiert oder eine leichte, nicht belastende Zwischenmahlzeit nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Wichtig für eine gute Aussagekraft der Myokardszintigraphie ist eine ausreichende körperliche Belastung (Ergometrie) des Patienten, damit eine hohe Herzfrequenz erreicht wird. Bei ungenügender körperlicher Belastbarkeit kann alternativ eine Belastung mit Medikamenten simuliert werden, die nebenwirkungsarm und gut steuerbar sind (Adenosin oder Regadenoson).

Der zeitliche Aufwand für den Patienten beträgt für die ergometrische Untersuchung insgesamt etwa 1,5 Stunden, bestehend aus der eigentlichen Ergometrie (ca. 10 Minuten), einer Wartezeit bis zur Aufnahme (bis zu 60 Minuten) und der Bildaufnahme ca. 15 Minuten. Die Durchführung der Untersuchung in Ruhe an einem anderen Tag beträgt insgesamt mit Wartezeit etwa 1 Stunde.

In Einzelfällen kann die Armhaltung während der Bildaufnahme für Patienten problematisch werden, da die Arme nach oben vom Körper weggestreckt werden müssen. Zwar liegt der Patient auf einer Liege, jedoch erfordert diese Haltung eine gewisse Beweglichkeit in den Schultergelenken.

In unserer Praxis wird die Ruhe-und Belastungsuntersuchung zur Verringerung der Strahlenbelastung an zwei unterschiedlichen Tagen durchgeführt (Zwei-Tagesprotokoll). Hierdurch wird die Strahlenexposition im Vergleich zu einem Ein-Tagesprotokoll (Ruhe-und Belastungsuntersuchung an einem Tag) um mehr als die Hälfte reduziert. Bei einem Zwei-Tagesprotokolls liegt die Strahlenexposition wie bei den meisten nuklearmedizinischen Untersuchungen in der Größenordnung der natürlichen Strahlenexposition, die man in einem Jahr durch Strahlung aufnimmt, die von der Erde, der Nahrung und der Atmosphäre ausgeht. Größenordnungsmäßig entspricht dies einer Röntgen-Computertomographie (CT) der Lunge.

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